roddamn
Man wird nie neues Land entdecken, wenn man immer das Ufer im Auge behält. /unbekannt
Mittwoch, 23. Februar 2011
ein Pfiff
Ein Pfiff hatte ihn geweckt, da war er sich sicher. Er hatte von verschiedenen, unwirklichen Dingen geträumt. Da war ein Unfall gewesen, den er verursacht hatte. Er erinnerte sich an das Auto das er gefahren war, einen alten Ford. Das Motorrad mit dem er den Zusammenstoß hatte war eine BMW gewesen. Beim Aufprall war der Motorradfahrer auf groteske Weise durch die Luft geflogen, gerade so wie es nur in einem Traum passiert. Eine Mischung aus Zeichentrick und Realität. Genauso nur im Traum real war die unerschütterliche Gelassenheit, ja geradezu Teilnahmslosigkeit, mit der er alles wahrgenommen hatte. Er war aus dem Wagen gestiegen und zügig aber ohne Hast zum Motorradfahrer gelaufen. Er konnte sich an keinen Dreck, keine Trümmer oder gar Blut erinnern. Alles war reinlich und sauber gewesen. Der unwirklichste Teil seines Traumes war jedoch das Auftreten seiner Mutter und seiner Großmutter. Beide hatten direkt neben dem am Boden liegenden Motorradfahrer gestanden und ihm Vorwürfe gemacht. Sie hatten ihn gepackt und geschubst. Er hatte sich gerade noch einmal zu dem Mann am Boden umdrehen wollen, als er aufgewacht war. Ein Pfiff, ohne Zweifel. Er sah sich um und versuchte die Gedanken an seinen Traum zu verscheuchen. Normalerweise vergaß er innerhalb von Minuten was er geträumt hatte, doch dieses mal war es anders. Was ihn noch mehr störte, war der Pfiff selbst, den er gehört hatte. Dieser Pfiff, dieser schlichte schnelle Ton, ohne jede Melodie, hatte etwas Vertrautes an sich. Den Beigeschmack von etwas, dass man so lange schon vermisst, dass man fast vergessen hat, wie es eigentlich ist. Er tastete kurz im Dunkeln auf seinem Nachttisch und traf den Schalter für seine Lampe.
Fortsetzung folgt
Montag, 7. Februar 2011
In diesem Fall: Cornelia Funke - Reckless , ein Geschenk zu Weihnachten das noch auf dem Lesestapel lag...
Cornelia Funke beschreibt in ihrem Buch Reckless die Geschichte des Jungen Jacob, der um seinen Bruder vor einem Fluch zu retten mit dessen Freundin eine Reise durch die wundersame Welt hinter dem Spiegel macht, in der Grimms Märchen wahr sind. Neben unzähligen Andeutungen an die Märchen der Gebrüder Grimm, bietet das Buch dem Leser genau diese immer öfter: Andeutungen. So werden nicht nur vergangene Konflikte innerhalb der Geschichte oder auch Überschneidungen mit der realen Welt und der hinter dem Spiegel angedeutet, sondern auch Thematisch werden Tiefen innerhalb der Handlung oder Probleme der einzelnen Charaktere nur angedeutet. So spielen innerhalb der Geschichte viele verschiedene altbekannte Typen eine gewichtige Rolle, die von Cornelia Funke zwar vor interessante Probleme gestellt werden, eine Entwicklung hin zu richtigen Charakteren fehlt den Hauptfiguren jedoch leider gänzlich. Die vom Konzept her interessanteste Figur, die der Formwandlerin “Fuchs” wird leider nur äußerst oberflächlich behandelt. Hat man zu Beginn den Eindruck als wolle Cornelia Funke langsam eine Grundlage aufbauen, so hat man zum Schluß des Buches das Gefühl vor dem Grundriss einer großen Geschichte stehen geblieben zu sein. Zum Ende des Buches hin, unterläuft Cornelia Funke ein klassischer Fehler, besonders beliebt in Fantasyliteratur; Sie hat ihren Charakter mit derartig unlösbar erscheinenden Problemen konfrontiert, dass die dann angebotene Lösung einen mehr als fahden Eindruck hinterlässt. Ein offenes Ende ist für den geneigten Leser sicherlich kein Problem, jedoch sorgt Cornelia Funke hier für Fragen die beantwortet werden sollten und ein mehr als unbefriedigendes Gefühl des Unfertigen. Zum Schluß stellte sich mir noch die Frage, welches Publikum Cornelia Funke versucht mit ihrem Werk zu erreichen und anzusprechen. Man könnte es als mitgewachsenes Werk für die Begeisterten der Tintenherztrilogie sehen. Es spricht wiedermal diejenigen an, die sich am liebsten auch in eine andere Welt flüchten würden, jedoch diesesmal mit einem Hang zum erwachseneren. Zum Schluß lobend erwähnt sein will wieder einmal die sehr mühevoll erarbeitete Gestaltung des Buches, auch wenn auf der Umschlag für mich mehr ein Ärgerniss im Vergleich zum äußerst gelungenen Layout der Tintenherz Bücher, darstellt.
Dienstag, 30. November 2010
Schnee, Tanz, Macht
gehe auf den weißen Wegen,
tanze auf gefrornem See
Fühle mich als würd ich schweben.
Da seh' ich wie ein kleiner Ast
vom vielen Schnee hängt tief herab,
befreie ihn von kalter Last
er hätt' es wohl auch selbst geschafft.