Ein Pfiff hatte ihn geweckt, da war er sich sicher. Er hatte von verschiedenen, unwirklichen Dingen geträumt. Da war ein Unfall gewesen, den er verursacht hatte. Er erinnerte sich an das Auto das er gefahren war, einen alten Ford. Das Motorrad mit dem er den Zusammenstoß hatte war eine BMW gewesen. Beim Aufprall war der Motorradfahrer auf groteske Weise durch die Luft geflogen, gerade so wie es nur in einem Traum passiert. Eine Mischung aus Zeichentrick und Realität. Genauso nur im Traum real war die unerschütterliche Gelassenheit, ja geradezu Teilnahmslosigkeit, mit der er alles wahrgenommen hatte. Er war aus dem Wagen gestiegen und zügig aber ohne Hast zum Motorradfahrer gelaufen. Er konnte sich an keinen Dreck, keine Trümmer oder gar Blut erinnern. Alles war reinlich und sauber gewesen. Der unwirklichste Teil seines Traumes war jedoch das Auftreten seiner Mutter und seiner Großmutter. Beide hatten direkt neben dem am Boden liegenden Motorradfahrer gestanden und ihm Vorwürfe gemacht. Sie hatten ihn gepackt und geschubst. Er hatte sich gerade noch einmal zu dem Mann am Boden umdrehen wollen, als er aufgewacht war. Ein Pfiff, ohne Zweifel. Er sah sich um und versuchte die Gedanken an seinen Traum zu verscheuchen. Normalerweise vergaß er innerhalb von Minuten was er geträumt hatte, doch dieses mal war es anders. Was ihn noch mehr störte, war der Pfiff selbst, den er gehört hatte. Dieser Pfiff, dieser schlichte schnelle Ton, ohne jede Melodie, hatte etwas Vertrautes an sich. Den Beigeschmack von etwas, dass man so lange schon vermisst, dass man fast vergessen hat, wie es eigentlich ist. Er tastete kurz im Dunkeln auf seinem Nachttisch und traf den Schalter für seine Lampe.
Fortsetzung folgt
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